Chance Národní Liga · 25/26
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Reportáž8. August 2026

Oulehls Wutausbruch in der Kabine: Der Trainer war nach dem verpatzten Spiel außer sich, Strafen wird es jedoch nicht geben

Nach einer grandiosen ersten Halbzeit führte Viagem mit 3:0 gegen Česká Lípa, verspielte jedoch in der zweiten Halbzeit den Vorsprung und holte nur einen Punkt. Der verärgerte Trainer David Oulehla ließ dies auch in der Kabine an den Spielern aus.

Die Verärgerung von Trainer David Oulehla beschränkte sich nicht nur auf die Pressekonferenz, bei der er bereits zuvor nicht gezögert hatte, auch ein paar Schimpfwörter zu verwenden. Wie sich einen Tag später herausstellte, bekamen die Spieler vom Trainer auch direkt in der Umkleidekabine ordentlich die Leviten gelesen, wie ein Video belegt, das der Verein auf seinen sozialen Netzwerken veröffentlicht hat.

„Die erste Halbzeit war die beste Halbzeit meines Lebens. Es hätte 6:0 stehen müssen, das Spiel wäre entschieden gewesen, und wir haben es versaut! Wir hatten den Schwung, das waren klare drei Punkte“, schimpfte Oulehla im Video.

„Kommt mir bloß nicht mit einer Umstellung der Aufstellung oder Ähnlichem. Es geht nur ums Laufen, um Ehrlichkeit, um Nachsetzen, um Demut“, schimpfte er weiter mit seinen Schützlingen, die nach seiner Beobachtung und laut den Datenanalysen auf dem Tablet die zweite Halbzeit komplett aufgegeben und buchstäblich verschlafen hatten.

Es scheint, als hätten sie damit den Fußballgott ein wenig verärgert. Denn Viagem hatte bereits in der ersten Halbzeit mehrere weitere hundertprozentige Chancen vergeben, unter anderem die Torschützen beider Tore, Idumbo und Do Marcolino. Das Karma forderte auch seinen Tribut für den dreisten Kommentar des heimischen Kommentators beim 3:0-Treffer, der verkündete, dass sich eine Niederlage abzeichne, ohne zu ahnen, wie sehr er sich mit diesem Satz ins eigene Fleisch schnitt.

„Schöne Niederlage, schöne Niederlage!“, gab ihm die Fankurve von Arsenal nach dem Spiel mit spöttischen Sprechchören zurück, deren Fans den Punkt aus dem verlorenen Spiel fast wie einen Sieg feierten. Auch der Verein Česká Lípa selbst ließ es sich nicht nehmen, einen Seitenhieb zu verteilen, und schrieb in den sozialen Netzwerken zu dem beliebten „Meme“: „Wir senden Grüße an den Kommentator aus Ústí. Für die Zukunft raten wir, die Hasen erst nach der Jagd zu zählen.“

„Es gab einen großen Unterschied in Sachen Einsatz, Kampfgeist und Zweikämpfen – ohne das kann man in der 2. Liga nicht spielen. Darin hat uns Lípa übertrumpft“, sagte Oulehla auch auf der Pressekonferenz. „Wir müssen herausfinden, warum es zu einem solchen Einbruch gekommen ist. Das ist immer lehrreich. Ich bin kein Trainer, der die Schuld auf die Spieler schiebt. Zuerst denke ich darüber nach, was ich anders hätte machen können“, fügte er hinzu – ein Satz, den auch die Spieler in der Kabine zu hören bekamen.

Auch deshalb bleiben den Fußballern Geldstrafen seitens der Vereinsführung erspart, die ihnen beispielsweise nach der 2:7-Niederlage in Vlašim im vergangenen Jahr gedroht hatten. „Von Seiten der Vereinsführung wird es definitiv keine Sanktionen geben. Ich habe gelernt, mich da nicht einzumischen, eventuelle Konsequenzen überlasse ich dem Sportdirektor“, antwortete Vereinsbesitzer Přemysl Kubáň auf die Frage des „Deník“. „Natürlich bedauern wir den Verlust eines gewonnenen Spiels, aber wir wollen das positiv sehen. Das Gute aus der ersten Halbzeit mitnehmen. Deshalb werden wir nicht eingreifen“, fügte er hinzu.

Den Fans aus Ústí kam nach den bitteren acht Minuten, in denen Viagem alle drei Gegentore kassierte, vielleicht das Heimspiel gegen Opava in der Saison 2015/2016 in den Sinn. Damals führten die Nordböhmen noch in der 85. Minute mit 2:0; sie konnten sogar auf den Treffer von Kuzmanović reagieren, als Martykán in der 90. Minute einen Elfmeter zum 3:1 verwandelte. Doch auch damals brachte Ústí das Spiel nicht zu einem siegreichen Ende – in der 92. und 93. Minute sorgten Simerský und Zbyněk Pospěch für das 3:3-Unentschieden. Damals war Arma Tabellenführer der 2. Liga und verlor nach vier Siegen in Folge Punkte; nun hatte Viagem vor dem Spiel zwei Siege in Folge auf dem Konto.

  • Fußball, Chance Národní Liga, 3. Spieltag: FK Viagem Ústí nad Labem – FK Arsenal Česká Lípa 3:3 (3:0)
  • Tore: 14. Idumbo, 31. Idumbo, 37. Do Marcolino – 73. L. Dufek, 77. Goj (Eigentor), 81. Vostřel
  • Schiedsrichter: Starý. Gelbe Karten: 2:4. Zuschauer: 2.138
  • Ústí: Holý – Yaméogo, Peterka (C), Březina (61. Novotný) – Ullman (61. Goj), D. Richter (81. Osaghae), Kott, Idumbo (75. Diarra) – Moulis – D. Černý, Do Marcolino (61. Fantiš)
  • Č. Lípa: Vliegen – Dudl (84. Káža), Kouřil (C), Žežulka – D. Mašek (57. L. Dufek), Blecha (67. Vostřel), Havelka, Vlk (46. Haitl) – Ondráček, Červenka (46. Šimon), Schön