Chance Národní Liga · 25/26
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Klub27. August 2026

Ein von VIAGEM nach der Niederlage in Varnsdorf veröffentlichtes Video löste eine Welle der Kritik aus

Nach dem Ausscheiden in der 2. Runde des MOL-Cups in Varnsdorf erschien auf der Facebook-Seite des FK VIAGEM ein Video mit Äußerungen eines Fans der Heimmannschaft, das eine breite Diskussion über Rassismus auslöste.

Unsere A-Mannschaft hat in der 2. Runde des MOL-Cups auf dem Platz des Drittligisten Varnsdorf verloren und ist damit aus dem Pokal ausgeschieden. Nach dem Spiel richtete sich die Aufmerksamkeit jedoch eher auf einen Beitrag, der auf dem Facebook-Profil des Vereins VIAGEM erschien – ein kurzes Video, in dem eine Moderatorin aus Ústí nad Labem einem Fan der Heimmannschaft Fragen stellte.

Die Mannschaft aus Varnsdorf ist seit Langem dafür bekannt, dass in ihrem Kader zahlreiche Ausländer spielen, darunter auch dunkelhäutige Spieler und mehrere ukrainische Fußballer. Der befragte Fan sagte vor der Kamera: „Schwarze mag ich nicht besonders, aber was soll man machen.“ Dieser Satz tauchte in dem Video, das der Verein in seinen sozialen Netzwerken veröffentlichte, gleich zweimal auf.

Der Fan äußerte sich im Video anschließend auch zur ukrainischen Prägung des Vereins: „Wir haben hier lauter Ukrainer. Was sollen wir denn machen? Das Geld kommt aus der Ukraine, wir spielen ukrainischen Fußball. Wir sind die B-Mannschaft von Kiew“, sagte er mit einem Lächeln.

Diese Worte betreffen auch die Vereinsikone von Varnsdorf – Trainer Pavel Rudnytskyi, einen gebürtigen Ukrainer, der mehrere Spielzeiten in der zweiten Liga für die Mannschaft bestritt und in den allermeisten Spielen in der Startelf stand. Ohne die ukrainische Unterstützung hätte der Fußball in Varnsdorf nach dem Abstieg aus der zweiten Liga wahrscheinlich gar nicht mehr funktioniert – gerettet wurde der Verein damals vom Eigentümer Vlastimil Gabriel zusammen mit dem ukrainischen Investor Igor, der nach den vorliegenden Informationen im Laufe der Zeit auch zu einem großen Fan des Vereins wurde.

Ohne ukrainische Spieler würde in Varnsdorf vielleicht gar kein Fußball mehr gespielt werden, da sich der tschechische Kader nach dem Abstieg praktisch aufgelöst hatte und einheimische Spieler sich nicht auf dieses unsichere Projekt einlassen wollten. Ebenso muss daran erinnert werden, dass in der Vergangenheit auch eine Reihe dunkelhäutiger Spieler für Varnsdorf aufliefen – unter anderem Abdullahi Tanko, der später zum Baník Ostrava wechselte und dem Verein einen erheblichen finanziellen Gewinn bescherte.

Das von VIAGEM veröffentlichte Video löste daher zahlreiche Reaktionen und Fragen aus, ob es überhaupt hätte veröffentlicht werden dürfen. Unabhängig davon, ob der Fan seine Worte ernst gemeint hat oder es sich um einen Versuch eines Witzes handelte, enthält das Video Äußerungen, die viele als rassistisch und beleidigend empfinden. Umstrittene Inhalte gehören seit langem zum Fußballumfeld in Ústí, doch in diesem Fall muss man zugeben, dass hier eine Grenze überschritten wurde und der Verein in Zukunft vorsichtiger mit solchen Inhalten umgehen sollte.